Offizielle Festansprache zu 10 Jahre GmbH


GmbH heisst heute "Gratulationen mit besonderer Herzlichkeit"

  • Ihr könnt euch vorstellen welcher Trubel durch unser Jubiläum nicht entstanden ist.
  • Das Fasnachtscomité hat tatsächlich kein 5-seitiges Glückwunschtelegramm geschickt.
  • Die versammelten Basler Chaisen haben nie geplant ein Glückwunschdefilée mit allen Rössern und Wagen hier durch das Sääli des Tell zu veranstalten.
  • Der grosse Mimosencorso aller Waggiswagen zu unserem Jubiläum findet definitiv nicht statt.
  • Es gibt keine Sonderprägung der Fasnachtsplakette mit dem Schriftzug „10 Joor GmbH, zämme fäggt’s!“
  • Die vereinigten Stammcliquen gaben George Gruntz keinen Kompositionsauftrag für den Pfeiffermarsch „die Beschränggte“.
  • Auch der Rekordversuch von 12 Schnitzelbängen: 100 Guggevärs ohni Pointe – für einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde zu unsere Ehren findet nicht statt.
  • Einzig „d’ Schränz Gritte“ wollten uns zusammen mit der „Negro Rhygass“ und den „Schotte“ hier ein Geburtstagsständchen spielen kommen. Da habe ich abgesagt. Der Brauch hätte ja verlangt, dass wir ihnen nachher etwas zu trinken offerieren, und 300 Kaffi fertig kosten zur Zeit etwa Fr. 2'250.--.

Wir feiern also im kleinen Rahmen, sozusagen entre nous, und wie bei Jubiläen üblich, möchte ich in meiner Festrede gerne mit euch zusammen drei Blicke wagen: einen in die Vergangenheit, einen in die Gegenwart und einen in die Zukunft.

 

vor 5000 Jahren         

Harfe, Flöte und Doppelklarinette prägen die ägyptische Musik.

 

Der Chor klatscht im takt, ein Einzelsänger singz und zeichnez gleichzeitig den Melodieverlauf in die Luft. Fast alles, was die GmbH ausmacht, ist schon da: Harfe = Banjo, Doppelklarinette -> uns reicht eine einfache, Chor der klatscht = Schlagzeug, Einzelsänger: C'est si bon - Peter, Melodieverlauf mit der Hand in die Luft zeichnen ohne dass einer hinschaut => das kenne ich, ABER der grosse Unterschied: die Blechbläser fehlen, ein Wunder also, dass sich diese Band-Zusammensetzung nicht durchgesetzt hat!

vor 3000 Jahren        

Im alten Orient geht die 5-stufige Tonleiter in die 7-stufige über.

Tonleitern!!! Meine Herren! Tonleitern! Schon vor 3000 Jahren!!!

vor 2000 Jahren        

Im Römischen Reich führt die Entwicklung der von den Griechen übernommenen Musik in eine Sackgasse: Die Musik verkommt ins übertrieben Virtuosenhafte und ins absolut Kollossale.

Diese Gefahren haben wir ja zum Glück im Griff: Vom übertrieben Virtuosenhaften haben wir uns vor einigen Jahren abgewandt und einige von uns sind grundsätzlich dagegen gefeit. Das absolut Kollossale wird nicht unser Problem sein, solange wir unsere maximale Mitgliederzahl von 10 nur um 1 überschreiten.

vor 1000 Jahren        

Mit der Drehleier entsteht das erste Saiteninstrument mit Tasten

Seiteninstrument mit Tasten. Wieviele, frage ich mich sofort, UND warum Tasten und nicht Knöpfe. Ein Saiteninstrument mit drei Knöpfen wäre paradiesisch – das wäre ja eine Trompete, die keinen Ansatz braucht.

vor 10 Jahren

       

Wurde die GmbH gegründet. Gerold, Dieter, Renato, Heinz und ich waren bei der Gründung im Restaurant Storchen dabei.

Es ist ja sinnig ein Buschi, wie es eine junge Guggenmuusig halt ist, in einer Beiz mit Namen Storchen aus der Taufe zu heben.

vor 9 Jahren

       

Die GmbH machte zum ersten Mal Fasnacht. Neben den fünf genannten Gründungsmitgliedern waren auch Peter und Roger schon an der ersten GmbH-Fasnacht dabei

Sieben der zehn Musiker der ersten Stunde sind also erhalten geblieben. Manche brauchten dazwischen auch Mal ne Pause. Oft weiss man ja erst in der Fremde, wie schön es zu Hause doch ist.

Die sieben verbindet unterdessen eine besondere Kollegschaft oder Freundschaft: Nicht alle gehen zusammen in die Ferien, nicht alle planen ein Geschäft zusammen zu gründen, nicht alle gehen miteinander um wie ein altes Ehepaar – aber eines ist gewiss, wenn einer von uns einmal darauf angewiesen wäre, hätte er in den anderen sechs,  Kollegen, auf die er sich absolut verlassen könnte.

Simon ist das dritte Jahr dabei und nicht mehr wegzudenken. Du gibst uns Impilse in zwei entscheidende Richtungen: nach unten, du senkst den Altersdurchschnitt beträchtlich, und nach oben, du hebst die musikalische Qualität durch dein Trompetenspiel und durch dein Engagement beim Einstudieren neuer Stücke und deine gletschercoole Oberländermentalität tut uns gut!

in der Zwischenzeit

       

Musiker kamen und gingen, und manche blieben.

Dass immer auch wieder Leute gegangen sind, war wichtig, damit die Pausierer zurück kommen konnten. Oft weiss man ja erst in der Fremde, wie schön es zu Hause doch ist.

Dass immer wieder Leute geblieben sind war auch wichtig, weil sie zu einem Teil der GmbH geworden sind. Und über die „Neuen“ will ich, weil es eine gute Gelegenheit ist, hier ein bisschen mehr sagen

  • Simon ist das dritte Jahr dabei und nicht mehr wegzudenken. Du gibst uns Impilse in zwei entscheidende Richtungen: nach unten, du senkst den Altersdurchschnitt beträchtlich, und nach oben, du hebst die musikalische Qualität durch dein Trompetenspiel und durch dein Engagement beim Einstudieren neuer Stücke und deine gletschercoole Oberländermentalität tut uns gut!

Char Simon, engrazia fitg per tut 

    e spezialmain per la tia endulgenza 

cun nus sagts vegliurds e testards 

  • Christoph hat auch sein persönliches Dreijähriges. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir schon mal mehr als drei Jahre den gleichen Banjospieler am Stück hatten. Darum Kollegen: Diese Fasnacht und in der Nachfasnachtssaison extrem nett sein zu Christoph. Spass aufs Banjo: Wir sind froh, dass du ein GmbH-ler geworden bist Christoph, obwohl du inzwischen so saugut Banjo spielst, dass du eine CD produzieren könntest.
dieses Jahr        

 

Die GmbH macht ihre zehnte Fasnacht. Sie wird nicht zehn Jahre alt, nein sie macht zum zehnten Mal Fasnacht,

 

... so wie ein neunjähriges Buschi zum zehnten Mal Geburtstag hat. Zum ersten Mal Geburtstag hat man bei der Geburt, und da ist es erst 0 Jahre alt. Ich könnte es auch mit Gartenhaglatten und Zwischenräumen erklären ...

 

Neu dabei sind Raphi und Franz. Neu ist allerdings relativ. Die beiden haben in ihrer ersten Probesaison schon mehr Proben besucht als manche frühere Neuzugänge in zwei, drei Jahren.

 

  • Raphi, der Erzengel Raphael ist der Schutzpatron der Blinden. Möglicherweise steht dein Beitritt zur GmbH also im Zusammenhang mit den wiederkehrenden Momenten, wo wir nahezu blind nach den richtigen Tönen, Takten, Breaks und Schlüssen suchen.
  • Und durch dich Franz wurde mir wieder klar, dass der Begriff Klarinettist nicht einen Menschen bezeichnet, der eine Klarinette besitzt und umherträgt, sondern einen Menschen, der darauf spielt. Es ist eine Freude in der GmbH wieder eine Klarinette zu hören.

Zum Schluss ein mega- kurzer Blick in die Zukunft        

Ich freue mich schon jetzt auf die Fasnacht 2012 mit der GmbH – also mit euch.

Ihr merkt schon, ich habe zur Zeit nicht das Gefühl, dass ich nächstes Jahr pausieren werde. Aber: Oft weiss man ja erst in der Fremde, wie schön es zu Hause doch ist!

 

Na gut - Wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass wir das hundertjährige Jubiläum der GmbH nicht zusammen feiern werden. Da werden endgültigere Formen des Pausierens dazwischen kommen, als die, von denen bisher die Rede war. Schon, wenn wir alle am 25 jährigen noch aktiv dabei wären,  wäre das eine erstaunliche Leistung.

Um so mehr liebe Freunde:

Geniessen wir jedes Jahr, geniessen wir jeden Augenblick, geniessen wir diesen Augenblick!

C’est si bon

UND

uff euch, uff uns, uff d GmbH!

 
         

Diese Rede wurde verfasst und vorgetragen von unserem musikalischen Leiter, Trompeter und Texter Stefan Camenisch